Sabine Bachem. No one boards life and avoids turbulences

Noch bis zum 14. August präsentiert Sabine Bachem in der franz* Kultur-Mitte Dorsten wundervoll farbintensive Werke, die die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur erforschen.

Ausgangspunkt ist hierbei die Beziehung des Menschen zur See, deren unbändige Wildheit und die Machtlosigkeit des Menschen darin, bereits durch Hemingways Novelle Der alte Mann und das Meer Weltberühmtheit erlangte.

Auch die Künstlerin hegt eine persönliche Faszination für die Naturgewalt des Meeres, ihr Urgroßvater ist im 19. Jahrhundert zur See gefahren, gekentert und hat Geschichten, Bücher und Fotografien hinterlassen. Bachem hat über Jahre zahlreiche schwarz-weiß Fotografien von gekenterten Schiffen zusammengetragen und studiert und deren Geschichten des Scheiterns in beeindruckenden Farbräumen auf Leinwand gebannt.

No one boards life and avoids Turbulences, © 2022 sabine bachem, franz* Kultur-Mitte Dorsten

Hierbei spielt sie mit Lichtstimmungen, die poetisch die Schönheit und das Aufatmen der Natur nach einem Sturm einfangen und zugleich deren zarte Gleichgültigkeit gegenüber menschlichen Bestrebungen offenbart.

In der Ausstellung setzt Bachem die großformatigen Schiffsunglücke meistens als Triptychon in Bezug zu zwei weiteren Darstellungen, die zum einen Naturdarstellungen in ihrer unberührten Vollkommenheit zeigen, zum anderen naturkundliche Objekte wie Schädel von Tieren und Urmenschen, die sich der Mensch als Sammler, Forscher und Restaurator liebevoll angenommen hat. Sie stehen als Gegensatz zum Destruktiven der menschlichen Natur und schlagen einen versöhnlichen Bogen in der Beziehung zu seiner Umwelt.

No one boards life and avoids Turbulences, © 2022 sabine bachem, franz* Kultur-Mitte Dorsten

Gekentertes Schiff in der Antarktis mit Schlittenhunde-Gespann im Vordergrund, dramatische Inszenierung im goldenen Schnee.
Schädel eines Urmenschen, die gefundenen Fragmente sind in mühevoller Arbeit wieder zusammengesetzt worden.

No one boards life and avoids Turbulences, © 2022 sabine bachem, franz* Kultur-Mitte Dorsten

Links Lost Place, zum Abriss freigegebenes Einkaufszentrum, dessen einzelne Bestandteile mühevoll abgetragen und sortiert werden müssen, eine undurchdringliche Patina des Anthropozäns.
Rechts jahrhundertealter Olivenbaum, Urwesen und Zeitzeuge.

Titelbild Asiatisches Segelschiff, das beschädigt im Hafen liegt.
Links zusammengenähter Kuhschädel. Die Künstlerin hat einem Schlachter mehrere Kuhschädel abgenommen und eigenhändig die Knochen freigelegt. Die Fragmente wurden im Waldboden gebettet, um die Überreste an Sehnen und Muskelgewebe von den Kleinstlebewesen des Waldbodens abtragen zu lassen. Das daraus entstandene Bild hält den ästhetischen Prozess aus Vergehen, Bewusstwerden und Bewahren fest.

Autorin: Nora Wessel

© modernperformingart August 2022, Fotos direkt in der Ausstellung aufgenommen.

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© 2022

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Veröffentlicht von modernperformingart

Nora Wessel (M.A.), Kunsthistorikerin und Romanistin. Agentur für Kunstberatung. Master Abschluss im Frühjahr 2020 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Masterarbeit in der Professur KUN IV – Bildwissenschaft für moderne und zeitgenössische Kunst und Kunsttheorie. Bachelor Abschluss 2013 im Fach Kunstgeschichte und Romanistik/Spanisch an der Universität Osnabrück. Teilnahme am Ausstellungsprojekt des Kunsthistorischen Institutes im WS 2010/11, Mitgestaltung der Ausstellung „gestalten, forschen und erfinden – idee und erbe der systematischen nichtfigurativen kunst“, in Kooperation mit der VG-Initiative Osnabrück in der Sparkasse Osnabrück und den Folgeausstellungen im WS 2011/12 „Carl Krasberg – farbe²“ und „Diethelm Koch – Der Kosmos denkbarer Möglichkeiten“ auf der Ausstellungsfläche martini|50 und in der galerie vordemberge-gildewart. 3-monatiges Sprachpraktikum auf Fuerteventura 2011, im Stella Canaris Hotels & Resort (Bereich Hotelmanagement); 2-wöchiger Sprachkurs in Vancouver/Kanada 2007. Seit Juli 2019 im Team von Colonia Art als Texterin und für die Korrespondenz mit Künstlerinnen und Künstler sowie die Organisation der Materialien und Status der Präsentationen. Weitere Veröffentlichungen: „Farbe Form Format – Konzepte offener Bildprozesse“, zusammen mit Christin Albrecht, in: Ausstellungskatalog zur Ausstellung „gestalten, forschen und erfinden – idee und erbe der systematischen nichtfigurativen kunst“, Osnabrück 2011. Rubrik „Wahl des Kurators“ auf der Kunstplattform Colonia Art: https://www.colonia-art.com/de/content/13-wahl-des-kurators Kunst ist so essentiell wie ein ‚Lebensmittel‘, Nahrung für den Geist und die Seele. Ich bin seit der Kindheit fasziniert von allen Formen künstlerischen Ausdrucks, neben den sogenannten Bildenden Künsten interessiere ich mich auch für Musik und Literatur. Ich bin immer wieder berührt und erstaunt von der Unmittelbarkeit und Präsenz, die in Klang, Poesie, Performance und in Farbe und Form zum Ausdruck kommen. Diese kreativen und vornehmlich textlosen Formen der Kommunikation kreieren eine universelle Sprache der Auseinandersetzung, die jeder verstehen kann und somit zutiefst menschlich sind. https://linktr.ee/modernperformingart

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