August und Elisabeth Macke – Der Maler und die Managerin

Ausstellung im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Westfälisches Landesmuseum, Münster, bis 05. September 2021

Die Ausstellung zeigt die stilistische Entwicklung Mackes als bedeutenden Expressionisten seiner Zeit und die wichtige Rolle Elisabeths, nicht nur als Muse und Managerin, sondern auch als künstlerische Vertraute und Partnerin, die einem selbstbewussten und extravaganten Frauentypus im Geist der goldenen 1920er Jahre entsprochen hat.

Das strategische Wirken Elisabeths hat das Bestehen von Augusts Mackes Kunst erst möglich gemacht, indem sie über alle Werke Buch führte und sich auch nach seinem Tod als Soldat im Ersten Weltkrieg um Verkäufe bemühte, als auch seine künstlerischen Gedanken festhielt. Als sein „Zweites Ich“ stand sie ihm nicht nur beratend zur Seite, sondern wirkte ebenfalls an seinen Werken mit und war selber gestalterisch tätig. In der Auseinandersetzung mit kompositorischen Fragestellungen hat Macke einen persönlichen Frauentypus für seine Darstellungen entworfen.

Elisabeth am Schreibtisch, 1909/10, Öl auf Holz

Mit der Künstlergruppe Der Blaue Reiter kamen die Mackes durch die Freundschaft zu Franz und Maria Marc in Kontakt. Dadurch wurde Macke inspiriert mit formalen Abstraktionsmöglichkeiten zu experimentieren.

Farbige Formen II, 1913, Öl auf Karton

Inspiriert durch Robert Delaunays Fensterbilder, die farbige Rauten durch eine reflektierende Fensterscheibe zeigen, hat Macke Farbvisionen für seine Darstellungen zu Mode und Modernität entwickelt. Daraus sind auch andere Werke mit Spaziergängern als „stilisierte Flaneure“ entstanden.

Modegeschäft, 1913, Öl auf Leinwand

Hierbei findet man auch das gestalterische Farbmittel des Komplementärkontrastes.

Sonniger Weg, 1913, Öl auf Pappe

Als Inspirationsquelle für paradiesische Orte entdeckte Macke den Orient und bereiste 1914 Tunis zusammen mit Paul Klee und Louis Moilliet. Das Licht und die Farben Nordafrikas führten den Künstler zu neuen „Farbklänge und Formenrhythmen“.

Gleichzeitig hielt das Kunsthandwerk Einzug in Mackes Oeuvre, im Sinne des künstlerischen 20. Jahrhunderts die Grenzen von Kunst und Kunsthandwerk zu überwinden und Kunst im Alltag stattfinden zu lassen. Die seit 1905 entstanden Vorlagen für Stickereien führten Elisabeth und weitere Familienmitglieder nach den mit Farbangaben versehenen Motiven aus.

Badende und türkische Reiter, Stickerei-Entwurf, 1912/13, Bleistift und Aquarell

Tunesisches Hafenbild, 1914, Öl auf Leinwand

Die Ausstellung gibt einen schönen Einblick in die Vielfältigkeit von Mackes Schaffen und zeigt die unterschiedlichen Motive in übersichtlichen Werkgruppen. Dadurch ist die stilistische Entwicklung des Künstlers im Austausch mit Elisabeth gut nachvollziehbar. Ebenso widmet sich die Ausstellung auf einfühlsame Weise der besonderen Verbundenheit des Paares sowie dem Zeitgeist des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Autorin: Nora Wessel

© modernperformingart 2021, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, Fotos direkt in der Ausstellung aufgenommen.

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Literatur

  • Begleitheft zur Ausstellung August und Elisabeth Macke. Der Maler und die Managerin vom 28. Mai bis 5. September 2021 im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Westfälisches Landesmuseum, Münster.

© 2021

Veröffentlicht von modernperformingart

Nora Wessel (M.A.), Kunsthistorikerin und Romanistin. Agentur für Kunstberatung. Master Abschluss im Frühjahr 2020 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Masterarbeit in der Professur KUN IV – Bildwissenschaft für moderne und zeitgenössische Kunst und Kunsttheorie. Bachelor Abschluss 2013 im Fach Kunstgeschichte und Romanistik/Spanisch an der Universität Osnabrück. Teilnahme am Ausstellungsprojekt des Kunsthistorischen Institutes im WS 2010/11, Mitgestaltung der Ausstellung „gestalten, forschen und erfinden – idee und erbe der systematischen nichtfigurativen kunst“, in Kooperation mit der VG-Initiative Osnabrück in der Sparkasse Osnabrück und den Folgeausstellungen im WS 2011/12 „Carl Krasberg – farbe²“ und „Diethelm Koch – Der Kosmos denkbarer Möglichkeiten“ auf der Ausstellungsfläche martini|50 und in der galerie vordemberge-gildewart. 3-monatiges Sprachpraktikum auf Fuerteventura 2011, im Stella Canaris Hotels & Resort (Bereich Hotelmanagement); 2-wöchiger Sprachkurs in Vancouver/Kanada 2007. Seit Juli 2019 im Team von Colonia Art als Texterin und für die Korrespondenz mit Künstlerinnen und Künstler sowie die Organisation der Materialien und Status der Präsentationen. Weitere Veröffentlichungen: „Farbe Form Format – Konzepte offener Bildprozesse“, zusammen mit Christin Albrecht, in: Ausstellungskatalog zur Ausstellung „gestalten, forschen und erfinden – idee und erbe der systematischen nichtfigurativen kunst“, Osnabrück 2011. Rubrik „Wahl des Kurators“ auf der Kunstplattform Colonia Art: https://www.colonia-art.com/de/content/13-wahl-des-kurators Kunst ist so essentiell wie ein ‚Lebensmittel‘, Nahrung für den Geist und die Seele. Ich bin seit der Kindheit fasziniert von allen Formen künstlerischen Ausdrucks, neben den sogenannten Bildenden Künsten interessiere ich mich auch für Musik und Literatur. Ich bin immer wieder berührt und erstaunt von der Unmittelbarkeit und Präsenz, die in Klang, Poesie, Performance und in Farbe und Form zum Ausdruck kommen. Diese kreativen und vornehmlich textlosen Formen der Kommunikation kreieren eine universelle Sprache der Auseinandersetzung, die jeder verstehen kann und somit zutiefst menschlich sind. https://linktr.ee/modernperformingart

4 Kommentare zu „August und Elisabeth Macke – Der Maler und die Managerin

  1. Meine Beziehung zu Mackes Werke gipfelte im Nachgeben der Bitte meiner Frau, ihr die ‚Leute am See‘ und das ‚Türkische Café‘ in Öl zu malen – nur für sie. Gerne hätte ich die Originale gesehen – war aber leider nicht möglich.

    Ein großartiger, ausdrucksstarker und farbvirtuoser Maler.

    Gefällt 2 Personen

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